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Einführungs ins Thema

Könnte es sein, daß wir auf unser empfindlichstes Körperorgan "das Ohr" nicht achten, alle zu wenig darüber wissen, blind es anderen überlassen?

Ein stark Gehörgeschädigter hat seinen Zustand, nicht mehr hören zu können, mit "blind sein" verglichen.

Denn Therapien zur Heilung einer lärmbedingten Innenohrschwerhörigkeit gibt es nicht. Chronischer Hörverlust ist (laut Deutsches Ärzteblatt 96 A-1082) irreversibel, also unveränderbar, nicht mehr wieder gut zu machen.

Deshalb sieht die Ärzteschaft es als ihre Aufgabe an, auf drohende Risiken und Gefahren hinzuweisen, bevor Gesundheitsschäden breitflächig manifest werden. Dies gilt besonders bei Kindern und Jugendlichen, die diese Gefährdungen selbst zu erkennen nicht in der Lage sind.

Könnte es sein, daß wir Freizeitlärm in Verbindung mit Lärmbelastung an Arbeitsplätzen (Arbeitsschutz) und ihre Folgen kaum beachten?

Ab einer Schallbelastung von 85 Dezibel dB (A) pro 8 Stunden oder 40 Stunden pro Woche ist mit einer Gehörschädigung zu rechnen. Mehr dazu auf www.umweltbundesamt.de.

Eine Erhöhung um je 3 db halbiert jeweils die gefahrlose tägliche Aufenthaltsdauer innerhalb dieses Lärmbereichs. Weiter wird erwähnt, daß man bei 95 dB (A) nicht länger als 4 Stunden je Woche, bei 105 dB (A) nicht länger als 24 Minuten und bei 108 dB (A) nicht länger als 12 Minuten pro Woche diesem Lärmpegel ausgesetzt sein sollte.

Kombination von Freizeit und Berufslärm

An Arbeitsplätzen, also für Aufsichts- und Bedienungspersonal bei Jugendveranstaltungen, in Mehrzweckhallen, Diskotheken usw., gilt die Vorschrift der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV BGBi), wonach ab einem Geräuschpegel von 90 dB (A) das Tragen von Gehörschutz Pflicht ist. Die Einhaltung ist von Gewerbeaufsichtsämtern und Arbeitsschutzämtern zu überwachen.

Die Unfallverhütungsvorschrift UVV Lärm (VBG 121) Grundsatz G20 Lärm ist Angelegenheit der Berufsgenossenschaften BG sowie für Jugendliche zusätzlich das Jugendarbeitsschutzgesetz (JSArbschG, §22(1), 5 u. 2 u. §29).

Ein Teil der Jugendlichen und Erwachsenen sind an einem Lärmarbeitsplatz beruflich tätig. Kommt noch im Freizeitbereich Lärmbelastung hinzu, addieren sich die Einwirkungszeiten erheblich - auf Kosten der Gehörerholungsphase.

Gehörgeschädigten Jugendlichen stehen viele Berufe nicht mehr offen

Insbesondere von Kindern und Jugendlichen erworbene Gehörschäden schränken auch die späteren Möglichkeiten der Berufswahl ein. Viele Berufe, die Jugendliche später erlernen wollen, setzen ein uneingeschränktes Hörvermögen voraus.

Auch Berufe mit hoher Lärmbelastung, z.B. Automechaniker, Metall- oder Textilarbeiter, sind nicht möglich, da bei auffälligen Hörverlusten "dauernde gesundheitliche Bedenken" an Arbeitsplätzen gelternd gemacht werden.

Da viele Besucher von Musikveranstaltungen scheinbar davon ausgehen, daß Veranstalter die Musik auf einen Geräuschpegel, der nicht gesundheitsschädlich ist, begrenzen, ist es um so schlimmer, den Menschen zu oft wesentlich höhere Geräuschpegel als erlaubt zugemutet werden.

Dazu gibt es schon Gerichtsurteile, die geschädigten Besuchern Schmerzensgeld zusprechen:

Einer jungen Frau, die einen bleibenden Hörschaden durch den Besuch eines Konzerts erlitt, wurde ein Schmerzensgeld in Höhe von 4.500 € zugesprochen. Die Veranstalter hätten die Besucher 90 Min. lang einem pflichtwidrig hohen Schallpegel ausgesetzt, so der Richter vom Koblenzer Oberlandesgericht (AZ: 5 U 1324/00). Daß die Frau in der Nähe der Boxen stand, wurde nicht als Mitverschulden angerechnet. Denn jeder Besucher dürfe sich darauf verlassen, daß der Veranstalter die Musik auf einen Geräuschpegel begrenzt, der nicht gesundheitsschädlich ist. "Es bleibt zu hoffen, daß dieses Urteil die Veranstalter von Konzerten und Diskos zum Umdenken anregt," so Dr. K. Uphoff von der Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH), www.fgh-guteshoeren.de ("Rund ums Hören").
(siehe auch weitere Beispiele: [1] [2])

Die Besucher von Veranstaltungen können sich von der FGH kompetente Hörakustiker nennen lassen, oder selbst in ihrer Umgebung ihnen bekannte aufsuchen, die gerne alles erklären, wie Hörschäden vermeidbar sind.

Darüberhinaus gibt es ein neu entwickeltes, kleines, am Schlüsselbund tragbares Dezibel-Kontrollgerät, www.soundear.de.

Verantwortungsbewußte Eltern unterstützen Jugendliche - ein wertvolles Geschenk wäre der kleine "Soundear" (Dezibel-Konrollgerät) für die Gesundheit und Zukunft der Jugendlichen. Somit können sie auch gleich Veranstalter auf überhöhte Grenzwerte hinweisen und die Umsetzung der Werte, die auch der DIN-Norm 15 905, Teil 5, klar festgelegt sind.

Diese Norm hält auch fest, daß Pegelhöhen der Musikdarbietung optisch angezeigt werden, damit können Mitwirkende und Publikum gewarnt werden. Hierbei ist zusätzlich ein für das Publikum deutlich sichtbarer Hinweis (z.B. Laufschrifttafeln) möglich, der auf die Gefahr einer Gehörschädigung bei längerer Leuchtdauer der roten Signallampe hinweist.

In Niedersachsen gibt es eine Verordnung, die den Schutz vor Gesundheitsgefährdungen und schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geräusche usw. regelt. Es besteht großer Bedarf, eine Regelung auf Bundesebene zu bekommen, um Veranstalter, Besucher und Beschäftigte aufzuklären.

Eine Schweizer Verordnung finden Sie unter www.suva.ch ("Verordnung über den Schutz des Publikums vor Gesundheitsgefährdung durch Schalleinwirkungen und Laserstrahlen an Veranstaltungen").

Alle, die noch mehr wissen, mehr erlebt und selbst erfahren haben, sind aufgerufen, uns dies mitzuteilen.

Verantwortungsbewußte Menschen, teilweise selbst mit schmerzhaften Freizeitlärm-Schadens-Erfahrungen, möchten aufklären und Hilfe anbieten.

Wir wünschen allen:

Musikgenuss statt Tinnitus!!