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Pressemitteilung
zum "6. interna
tionalen Tag gegen den Lärm am 30. April 2003

Deutschland auf dem Weg zur Generation der Hörgeschädigten?

Bis zu 5 Gehörstürze in einer Woche aus einer einzigen Diskothek!

HNO Arzt Dr. P. Ohnsorge aus Würzburg beklagte auf einem Vortrag in Bonn anläßlich des Weltgesundheitstages am 7. April 2003, aus einer einzigen Diskothek bis zu 5 Gehörstürze in einer Woche (siehe auch Originalzitat auf Webseite www.vielzulaut.de).

5 Min in der Diskothek wie 8 Stunden hörgefährdender Arbeitslärm

Wie kommen diese Gehörstürze zustande? Durch "zu laut und zu lange": Eine Lärmpegelerhöhung z.B. von 90 auf 93 dB stellt eine Verdoppelung der Hörgefährdung dar halbiert die gefahrlose Aufenthaltsdauer innerhalb dieses Geräuschpegels. 4,8 Min. Belastung mit 105 dB, wie in Diskotheken oder teilweise im Kino gegeben, entspricht einer Hörgefährdung von 8 Std. am Arbeitsplatz mit 85 dB. Ab diesem Pegel ist ein Gehörschutz vorgeschrieben.

Irreparable Hörschäden - wenn das Schallfeld zum Schlachtfeld wird

Das Ohr ist nach Aussage vieler Mediziner unser empfindlichstes Körperorgan. Hohe Lärmpegel machen das Schallfeld in unserem Ohr unweigerlich zu einem regelrechten Schlachtfeld für die Gehörzellen. Von Selbstverstümmelung zu reden, ist daher nicht übertrieben: "Zu laut und zu lange" bedeutet für die empfindlichen Haarzellen im Innenohr das Absterben. Diese Zellen können sich dann nicht mehr regenerieren.

Viele täuschen sich selbst mit der Vorstellung, daß Lärm etwas sei, woran man sich "gewöhne". Dabei wird die schleichende Wirkung auf das Innenohr, die Überreizung und allmähliche Auflösung der Haarzellen übersehen.

Die so entstandende Lärmschwerhörigkeit führt zu einem schlechtem bis unmöglichen Sprachverständnis, zu Kontaktschwierigkeiten und steigender Isolation.

Auch das Nervensystem leidet unter Lärm. So können z.B. Magenleiden, Nervosität, Gereiztheit, Unkonzentriertheit usw. weitere Folgen sein.

Ärzte und Wissenschaftler appellieren an Politik, Eltern und Pädagogen

Ärzte und Wissenschaftler sehen dringenden Handlungsbedarf zum Schutz vor überhöhten Lautstärken bei Musikveranstaltungen.

Gefragt sei zum einen die Politik, um Pegelbegrenzungen durch entsprechende Erlasse bzw. Verordnungen zu erreichen.

Aber auch Eltern und Pädagogen müssten ihrer Verantwortung, die Jugendlichen bezüglich des bestehenden Risikos aufzuklären, besser gerecht werden.

Schulungsbedarf bei Personal

Wissenschaftler und Ärzte empfehlen außerdem, daß zum Schutz der Zuhörer und Beschäftigten (Arbeitsschutz) bei Veranstaltungen (Diskotheken, Open-Air-Konzerten usw.), die für die Bedienung technischer Anlagen - insbesondere der Lautstärkenregelung - verantwortlichen Personen ausreichende Kenntnisse über die möglichen Gesundheitsgefährdungen durch Schalldruckpegel (> 95 dBA) gegenüber dem Veranstalter nachweisen müssen.

Entsprechende Ausbildungsgänge für diesen Bereich, z.B. Fachkraft zur Veranstaltungs-technik, sollten die Vermittlung dieser Kenntnisse umfassen.

Ab 2004 drohen vermehrte Regressansprüche

Wie Prof. Dr. Zenner auf dem deutschen Akustiktag in Aachen betonte, sind die Ärzte angehalten, ab 2004 die Schädigungsursache anzugeben. Dies würde dazu führen, daß die Krankenkassen an den Verursacher Regressansprüche stellen.

Lehrmaterialien in Vorbereitung

Hörschäden und daraus folgende Regressansprüche könnten durch entsprechende Aufklärung und Schulung der Verantwortlichen und des technischen Bedienpersonals vermieden werden. Ein hier ansetzendes Lehrvideo mit Begleitmaterial ist derzeit in Vorbereitung. Nähere Infos dazu demnächst auf www.vielzulaut.de.

 

Christian Siller

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