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"Warum Ruhe für Kinder so wichtig ist!"
HNO-Arzt Dr. P. Ohnsorge, Würzburg
Aus einem Vortrag anläßlich des Weltgesundheitstages in Bonn am 7. April 2003

Lärm ist der wesentlichste Schädigungsfaktor des Innenohrs. Lärmschutz in Freizeit und Beruf ist deshalb für die Gesundheit eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen. Lärmtrauma beim Spiel, durch Kinderspielzeug in Ohrnähe:

Feuerwerkskörper: 170 dB
Pistole, Knackfrosch: 130 dB
Trillerpfeifen: 125-128 dB
Lautes Schreien: 95 dB

Eine Erhöhung der Lautstärke von 90 dB auf 93 dB bedeutet eine Verdoppelung der Hörgefährdung!

Kinder gehen täglich mit immensen Lärmquellen um. Ein Lärmtrauma entsteht durch Musik, Walkman-Diskman, Diskotheken, Konzertveranstaltungen, Kino - vergessen Sie die Kinos nicht, dort werden die Lautstärken immer höher gedreht. Auch Hobby und Beruf weisen Lärmquellen auf, die extrem geworden sind.

Ein Dezibel (dB) ist eine logarithmische Einteilung der Lautstärke. Pegelerhöhungen von 3 dB bedeuten, daß es nicht linear 3 Stufen nach oben geht, sondern Sie haben eine Verdoppelung des Höreindrucks: Wenn Sie von 90 auf 93 dB hochgehen, haben Sie auch eine Verdoppelung der Hörgefährdung.

105 dB, 4,8 Min. lang gehört (was in Diskotheken oder teilweise auch im Kino gang und gebe ist) enspricht der gleichen Lärmbelastung wie eine 40-Stunden-Arbeitswoche mit 8-Stunden-Tag, bei der eine normale Begrenzung der Lärmschäden bei 85 dB liegt.

Ca. 5 Min. Disko-Musik
bei 105 dB enspricht einer
40-Stunden-Arbeitswoche
bei 85 dB
(gesetzliche Lärmschutzgrenze an Arbeitsplätzen)

Wenn Sie diesen Vergleich sehen, dann wissen Sie, oder können Sie es erahnen, wie unsere Jugendlichen und Kinder zur Zeit belastet werden.

Kinder bedürfen im Reifungsprozess der ersten Jahre besonderen Schutz. Es ist angesagt, daß wir eine Prävention starten. Zum einen muß die Familie wieder auf eine richtige Ernährung achten, auf den Biorhythmus, auf das richtige Spielzeug ihrer Kinder, auf Walkman-Diskman und auch Handyaktionen achten. In der Schule sollten sich Lehrprogramme präventiv auf Schutz der Sinnesorgane ausrichten und speziell auf die Lärmpegel hinweisen. Beim Lärmschutz am Arbeitsplatz ist frühzeitig die Einplanung von Lärmerholungsphasen einzuplanen. Gewerbeaufsichtsämter und Arbeitsmedizin müssen dringender vorgehen und die Überwachung des Arbeitsschutzes gewährleisten.

Die Kommunen müssen Auflagen machen und Kontrollen durchführen, z.B. bei Open-Air-Konzerten, Kinos und Diskotheken.

Es geht nicht an, daß ich als Hals-Nasen-Ohren-Arzt in einer Woche 5 Hörstürze aus einer Diskothek bekomme und sich keiner drum kümmert!

"Es geht nicht an, daß ich als Hals-Nasen-Ohren-Arzt in einer Woche 5 Hörstürze aus einer Diskothek bekomme und sich keiner drum kümmert!"

Der Staat hat die Aufgabe, gesetzliche Rahmen-bedingungen für den Lärmschutz zu schaffen , z.B. Pegelbegrenzungen bei Diskos oder Walkman. Die Schweiz hat es längst gemacht. Auch Konzerte und Kinos müssen entsprechenden Restriktionen unterworfen werden.

 

In Bremen im Museum Universum, das mit Sinnesorganen umgeht, habe ich einen Text gesehen:

"Das Auge führt den Menschen in die Welt.
Das Ohr führt die Welt in den Menschen."